Eröffnungssitzung 2008

Bilder: Frank Hennig / Der Biebricher


Bericht Wiesbadener Tagblatt
Fastnacht mit Herz und Gefühl

Fidele Elf ist stolz auf ihre vereinseigenen Ballett- und Showtanzgruppen / Sitzung in Biebrich

Von Kurt Buchholz / Wiesbadener Tagblatt vom 17.11.2008

Ihr närrischer Höhenflug ist kaum zu bremsen. Wenn es eine närrische Korporation schafft, stilvolle Geselligkeit und närrische Ausgelassenheit in idealer Weise miteinander zu verbinden, dann die Fidele Elf. Der Carnevalsgesellschaft Wiesbaden-Mainz, die in der Biebricher Turnhalle eine zündende Auftakt-Sitzung zelebrierte, gelingt mittlerweile so ziemlich alles, was Fastnachtern lieb, wert und teuer ist.

Keine Frage: “Wenn der 11er Narr das Zepter hebt, in Wiesbaden die Erde bebt”, zumindest die närrische. In der prächtig herausgeputzten Biebricher Turnhallen-Narrhalla war das weder zu übersehen noch zu überhören. Dort zündeten die Fidelen Elfer ein Feuerwerk bester närrischer Unterhaltung. Ein Erfolg, der nicht zuletzt dem mit allen rhetorischen Wassern gewaschenen Sitzungspräsidenten Wolfgang Weimann zu danken ist. Glänzend sein Einstand auf dem Narrenthron, stets das rechte, treffsichere Wort parat und gut für jede Situationskomik – so kennen sie ihn, so lieben sie ihren schlagfertigen Obernarren, der jeden Ausreißer, jede Publikumsreaktion sofort in klingende Unterhaltungsmünze umzusetzen weiß.

Fastnachtsasse vom Schlage eines Wolfgang Weimann sind dünn gesät. Wer wüsste das besser, als die närrische Familie der Fidelen Elf, die in der Eröffnungssitzung fast über sich hinauswuchs und bis weit nach Mitternacht unverdrossen aushielt. Da hatten die Stimmungsprofis, allen voran der singende Bretzelmann Horst Becker vom MCV, leichtes Spiel. “Ein fröhliches Herz ist wie ein bunter Edelstein”. Oder: “Mainz ist schöner als Mallorca.” Wer hätte da widersprechen wollen.

Vier programmliche Pluspunkte gab es bei den Fidelen Elfern, die zu den stärksten Eindrücken des ganzen Abends zählten: Mit ihrem vereinseigenen Garde-Ballett, dem Show-Ballett und der Kleinen Showtanzgruppe, die Farbe, Schwung und närrischen Pep in jeden ihrer Bühnenauftritte bringen, hat die Carnervalsgesellschaft etwas, was andere so nicht haben: Spitzenunterhaltung aus eigener Kraft und mit eigenen Kräften, die keinen Vergleich mit anderen, professionellen Allroundern zu scheuen braucht. “Auf euch”, gestand der Sitzungspräsident, “sind wir richtig stolz und sagen das auch.” Auch für Tanzmariechen Franziska Tonhauser galt das, die schwungvoll, ohne Fehl und Tadel über die Bühnenbretter wirbelte, dass es den Herren der Schöpfung ganz warm wurde ums Herz.

Der vierte “Höhenflieger”, der bei den Elfern in die Bütt kletterte und als Schiffsreisender durch den “ärmellosen Kanal” schwamm, kam aus Mannheim und zog alle Register der guten Laune. Peter Schick – ein Fastnachter alter Schule, ein närrischer Zauberkünstler mit Geist und Esprit. Wenn er in die Bütt steigt, herzerfrischend und ungeschminkt vom Leder zieht, ein Erzkomödiant durch und durch, dann bleibt kein Auge trocken. Eigenschaften, die er sich in Biebrich mit Wolfgang Weimann, dem Sitzungspräsidenten teilte, der urplötzlich aus dem Kreis seiner Elferräte verschwunden war und als Fastnachtsmuffel (“Ich will nur eins – ich will mein’ Ruh”) daherkam. Eine Paraderolle für den wortwitzigen “Präsident”, der mit Raketen und Zugabe-Rufen gefeiert wurde.

Köstlich und pointenreich auch das weitere Aufgebot an Starrednern, die als rhetorische Schelme, urige Typen und volkstümliche Bohemiens in der Bütt vom närrischen Leder zogen: Thomas Schreiner als der “Dolle vom Freudenberg”, Detleff Sisoll vom Volkschor Dotzheim, Guntram Eisenmann (Nordenstadt) als hinreißender Prinz mit aufblasbarer Prinzessin, der SPD-Frontfrau “Y” als Äppelweinkönigin in die Wetterau verbannte, und Günter Raupach als überzeugende “Miss Hessen” hatten alle Lacher auf ihrer Seite.

Stimmungsfinale dann mit den Bischofsheimer Globetrottern und der singenden, klingenden Zigeunergruppe aus Hofheim, die das begeistert mitgehende närrische Auditorium vollends aus der Reserve lockten. “Am Rhein, am Rhein soll meine Heimat sein”, wünschten sich die singenden Kellermeister aus Kastel, die mit ihrem “Bajazzo” Bernd Mann wahre Beifallsstürme auslösten und stehend gefeiert wurden. Am Rhein, am Rhein in Biebrich – Fidele Elf, was willst du mehr!

Bericht Wiesbadener Wochenblatt
Das war ein Super-Session-Start

Die Fidele Elf ist in Sachen Ballett ein optimaler „Selbstversorger“

Von Dorothea Lauen / Wiesbadener Wochenblatt vom 20.11.2008

Die „fünfte Jahreszeit“ hat ihre Ouvertüre mit Bravour abgeliefert. Bei derDacho mit ihren beiden Prinzenpaaren allemal. Auch in zahlreichen Vereinen sind die Kampagneneröffnungen durchweg geglückt. Einen Volltreffer landete dabei die Fidele Elf im großen Saal des TV Biebrich 46. Sitzungspräsident Wolfgang Weimann hatte bei seinem Vortrag als „Fastnachts-Muffel“ wahrlich keinen Grund, ans Aufhören zu denken. Seine Sitzung war einmal mehr eine rundum runde Sache. Und er wird auch nicht aufhören, wie er am Ende seines Vortrags mit stolzem Nachdruck verkündete. Wäre ja auch schlimm für Biebrich, wo es in diesem Jahr erstmals keine Spitzenfastnacht beim TV Biebrich 46 geben soll.

Urlaubsberichte lieferten andere Büttenredner ab: Detleff Sissoll vom Volkschor Dotzheim und der Mannemer Peter Schick, der von seiner Kreuzfahrt berichtete. Dieser urige Typ begeisterte das Auditorium mit seinem „Ach wie blöd“-Refrain auch noch zu später Stunde vollends. Nicht zu vergessen Guntram Eisenmann (CBV Nordenstadt) als „Prinzenkandidat“ (mit aufblasbarer „Prinzessin“) und Newcomer Günter Raupach (ohne Verein), der als Miss Hessen voll in das hohe Büttenreden Niveau hineinpasste.

Wie immer bei der Fidelen Elf war die Sparte Tanz aus eigenen Reihen top besetzt: Angefangen vom Solo-Tanzmariechen Franziska Tonhauser über die kleine Showtanzgruppe, die in diesem Jahr als „Rocker-Bande“ daherkommt und das große Showballett, das ein tolles tänzerisches „best off“-Medley der letzten Jahre zu einem homogenen Ganzen verband, bis hin zum optisch wie tänzerisch tollen Gardeballett, das zweifelsohne in dieser Sparte zur absoluten Spitze der Rhein-Main-Region zählt.

Gesanglich feierten die Hofheimer „Zigeuner“ eine gelungene Wiedergeburt, nach längerer Bühnenabstinenz, während die Kasteler „Kellermeister“ und die Bischofsheimer „Globetrotter“ da weitermachten, wo sie sich seit Jahren im Stimmungslieder-Bereich erfolgreich bewegen. Thomas Schreiner kam – wie meistens – als „Doller vom Freudenberg“ mit seinen Gags und Witzchen gut beim Publikum an, der „Meenzer Bretzelmann“ Horst Becker war mit seinen Liedern der gewohnt souveräne „Eisbrecher“ und der Musikzug der Kasteler Jocusgarde bereitete Wolfgang Weimann und seinem Komitee den Weg zur Bühne und ihrer namentlichen Vorstellung.

Bericht Der Biebricher
“Wenn der 11er Narr das Zepter hebt, in Wiesbaden die Erde bebt”

Fidele Elfer starten durch

Bericht DER Biebricher (fhg)

Wenn die Carnevalsgemeinschaft Fidele Elf in eine neue Kampagne startet, darf sich das närrische Volk alljährlich bereits im November auf eine vollwertige Fastnachtssitzung freuen. So auch in diesem Jahr am 15. November. Das Motto der Fidelen Eifer in diesem Jahr: “Wenn der 11er Narr das Zepter hebt, in Wiesbaden die Erde bebt”. Gewohnt routiniert und humorvoll steuerte Sitzungspräsident Wolfgang Weimann das Narrenschiff in der Turnhalle des Turnvereins Biebrich (TVB) nach dreiviertel-jähriger Pause mit einem gut vierstündigen Programm durch
die Wogen der Fünften Jahreszeit.

Tanz, Show, Parodie und Büttenhumor vom Feinsten wurde in der gut gefüllten TVB-Halle geboten. Nach dem Auftritt des “Brezelmanns” Horst Becker und Vorstellung des Komitees stimmte Tanzmariechen Franziska Tonhauser mit ihrem Tanz und Thomas Schreiner mit seinem ersten Büttenvortrag die Gäste richtig ein. Es folgte ein Höhepunkt nach dem anderen:
Guntram Eisenmann und Günter Raupach brillierten ebenso in der Bütt, wie Sitzungspräsident Wolfgang Weimann, der sich als angeblicher Fastnachtsmuffel outete. Es folgten unter anderem vereinseigene Darbietungen der kleinen Showtanzgruppe, des schmucken Gardeballetts sowie des Showballetts. Die “Zigeunergruppe” des Hofheimer Carnevalvereins, die sich nach mehrjähriger Pause wieder neu formiert hat, ließ mit ihren live gesungenen Pop-Klassikern den Saal förmlich erbeben und verwandelte den Bereich vor der Bühne zeitweise in eine Disco-Tanzfläche.
(fhg)